Der zentrale Leitgedanke des Gottesdienstes an Palmsonntag klang bereits im Eingangsgebet an: „Wer ist Jesus für dich?“
Der Einzug von Jesus in Jerusalem am Passahfest weist auch einen aktuellen Bezug auf: Heute, im Gottesdienst zieht Jesus bei uns ein. Damit wurde auch der im Eingangslied von der großen Festgemeinde aus Sonnenbühl und Engstingen gesungene Gedanke aufgegriffen: „Sieh, dein König kommt zu dir!“
Als Bibelwort diente Matthäus 21, 10.11: „Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist der? Das Volk aber sprach: Das ist der Prophet Jesus aus Nazareth in Galiläa“ Die anschließende Bibellesung befasste sich mit „Jesu Einzug in Jerusalem“ (Matthäus 21, 1-11) und kontextualisierte das Bibelwort.
Der Apostel begrüßte die Gemeinde warmherzig und hieß besonders die Kinder willkommen. Er verwies dabei auf die Begebenheit der Tempelreinigung (Matthäus 21, 14-17) als Jesus Blinde und Lahme heilte. Die Kinder im Tempel schrien und sagten daraufhin: „Hosianna, dem Sohn Davids!“ Die Hohenpriester und Schriftgelehrten hingegen entrüsteten sich. Dieser Gedanke führte zum Leitthema des Gottesdienstes „Wer ist Jesus für dich?“ Beim Einzug von Jesus in Jerusalem war die ganze Stadt „erregt“ und das Volk fragte sich „Wer ist der?“ Die Antwort lautete von ihnen: „Das ist der Prophet Jesus aus Nazareth in Galiläa.“ Doch Jesus ist mehr als ein Prophet. Tatsächlich ist er König, Priester und Prophet. Dass er König ist, bekundete er zum ersten Mal vor Pontius Pilatus, dem Präfekten (oder, wie es in der Heiligen Schrift steht, dem Statthalter) des römischen Kaisers. Dieser hatte ihn gefragt: „Bist du der König der Juden?“, was Jesus mit dem kurzen Satz „Du sagst es“ bestätigte. Aber sein Reich ist nicht von dieser Welt (Johannes 18, 36). Ihm ging es nicht um irdische Macht. Um Macht, in der es, wie wir es heute vielfältig erleben, um das Recht des Stärkeren geht. Und doch ist Jesus der wahre König. Er kommt mit Sanftmut (Matthäus 11, 29) und mit Liebe. Er ist Priester aller Priester, weil er sich selbst geopfert hat. Aber Jesus ist auch ein Prophet, dessen Worte bis in unsere Zeit reichen. Er zieht als König ein, in unsere Herzen.
Für viele Menschen sei Jesus heute bedeutungslos. Umso bedeutender ist die Leitfrage des Gottesdienstes, was Jesus für uns ist? Wer befähigt zu der Erkenntnis, wer Jesus sei? Dazu verwies der Apostel auf ein Gespräch zwischen Jesus und seinen Jüngern. Auf die Frage von Jesus: „Was sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?“, antwortete Petrus, „Du bist der Christus, des lebendigen Gottes Sohn“. Darauf reagierte Jesus mit der Aussage „Selig bist du, Simon … denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart …“ (Matthäus 16, 13-17). Es ist der Heilige Geist, der uns lehrt, wer Jesus ist. Daher gilt es, offen zu sein für die Impulse des Heiligen Geistes. Ebenso ist der Glaube an die Wiederkunft Jesu Christi ein Geschenk des Heiligen Geistes. Jesus ist der, der heilt, der zusammenführt. Das führt auch zu dem Wunsch: Herr Jesus, komme bald!
Nach weiteren Predigtbeiträgen des stellvertretenden Bezirksvorstehers, Priester Jan Kittelberger und des Vorstehers von Pfullingen, Evangelist Frank Siller, leitete Apostel Loy über zu der Feier zweier Sakramente, der Feier des Heiligen Abendmahls und der Heiligen Versiegelung. Fünf Kinder standen mit ihren Eltern vor dem Altar und empfingen das Sakrament der Heiligen Versiegelung. Nochmals verwies der Apostel auf die Begebenheit im Tempel. Kinder sind ein Geschenk Gottes, durch sie wird Gott gelobt und sie lehren uns Erwachsene: Lernt von den Kindern; Jesus sagte das in den Worten „werdet wie die Kinder“ (Matthäus 18, 3).
Nach dem Gottesdienst war die Festgemeinde zum Kirchenkaffee eingeladen. Bei freudiger und bester Stimmung klang der geistliche Teil des Palmsonntages aus.