Zum diesjährigen Reutlinger Bezirkskindergottesdienst waren alle Sonntagschüler und Schülerinnen am Sonntag 28. September 2025 in unsere Kirche Alexanderstraße eingeladen.
Priester Jürgen Juny begann den Kindergottesdienst mit dem Bibelwort aus Tobias 6,4: „Und der Engel sagte zu ihm: pack den Fisch und zieh ihn heraus. Und der Junge packte den Fisch und zog ihn aus aufs Land.“
Am Anfang eines neuen Schuljahres stehen Freude und Sorge. Wie sind die Lehrer, was erwartet mich, habe ich nette Freunde, schaffe ich alles? All diese Empfindungen beschäftigen besonders die Erstklässler aber auch die Kinder, die in die nächste Klasse kommen oder auf die weiterführende Schule wechseln.
Nach einem Liedvortrag des MUKI-Chors fragte der Dienstleiter die Kinder, ob sie zum neuen Schuljahr oder Schulanfang ein wenig Angst oder ein mulmiges Gefühl hatten. Einige Kinder hatten beide Gefühle.
Was macht mir Mut, was macht mich schwach?
Um diese Empfindungen und Fragen ging es im Gottesdienst und wer den Kindern dabei hilft oder an wen sie sich wenden können.
Bianca Dannhauser las dann eine Geschichte mit dem Titel „Mit dem Bus zur Schule„ vor. Darin ging es um die Erstklässler Maja, Timo und Lutz, die zum ersten Mal mit dem Schulbus zur Schule fahren dürfen, weil die Schule nicht in ihrem Dorf und der Weg in die Stadt zu weit zu laufen war. Die drei freuten sich mehr auf das Busfahren als auf die Schule, denn Busfahren „ist cool“. Da trifft man viele Kinder und kann quatschen, blödeln, spielen oder noch schnell ein paar Hausaufgaben machen, wie praktisch.
Doch die älteren Kinder erzählten den dreien vom Busfahrer Egon Riese. Der soll wie ein schauriger Riese aussehen und ein gemeiner strenger Kerl sein. Wen er nicht mag, wirft er knack und zack aus dem Bus, erzählten sie. Die drei konnten es fast nicht glauben und daher am Abend vor der Busfahrt kaum einschlafen.
Zittrig stiegen die Drei hinter den älteren Kindern am Morgen in den Bus ein und wurden mit einem donnernden „Guten Morgen die Herrschaften“ vom Busfahrer begrüßt. Ganz leise und vorsichtig sagte Maja “Guten Morgen Herr Riese“ Da lachte der Busfahren mit lauter Stimme und fragte: „Haben euch die Gören wieder ihr Schauermärchen vom fiesen Riesen erzählt?“ Dann schenkte er Maja, Timo und Lutz ein Buch mit dem Titel „Die Geschichte vom Riesen, der sich vor einem Bus fürchtet“. Das hatte er selbst geschrieben und schenkte es allen Erstklässlern.
„Ich heiße Egon Klein, nicht Riese.“ Da merkten die Drei, dass der Busfahrer richtig nett und kein Kinderhasser war. Erleichtert freuten sie sich auf die nächsten Busfahrten.
Hier haben die Kinder ihren Mut bewiesen und sind freudig in die Zukunft gegangen. Nicht alles, was erzählt wird, soll man annehmen. Lieber selber erst schauen, was da so auf einen zukommt.
Auf den Stühlen der Kinder lagen zwei Kärtchen, eins in grün und eins in rot.
Das grüne Kärtchen sollten die Kinder in die Höhe halten wenn sie bei den folgenden Sätzen meinten dass sie sie stärken, rot stand für schwächende Sätze.
z.B.
die Aufgabe ist doof = rote Karte
die anderen sind besser als ich = rote Karte
Die Aufgabe ist schwer aber ich kann jemand fragen, der mir hilft = grün
Ich bin mutig und versuche es einmal = grün
Immer wenn die Kinder nun im Gottesdienstverlauf meinten, einen Mut-mach-Satz oder einen schwächenden Satz zu hören sollten, sie nun die entsprechenden Kärtchen in die Luft halten.
Nach einem weiteren Liedvortrag vom MuKi -Chor fragte der Dienstleiter die Kinder, was ihnen Angst oder Mut machen würde. Dazu erzählte er ihnen die Bibelgeschichte vom erblindeten Tobit. Auf der Leinwand sahen sie Bilder zur Geschichte.
Tobit war durch Schwalbenkot im Alter erblindet und konnte nicht mehr alles alleine machen.
Er hatte bei seiner Familie in der Ferne Silber hinterlegt. Da Tobit nun diesen Weg nicht mehr selbst erledigen konnte, bat er seinen Sohn Tobias, das Silber zu holen. Dieser fürchtete sich, den weiten Weg alleine zu machen. Der Vater besorgte einen Begleiter. Raphael sprach Tobias Mut zu und sagte ihm, dass alles gut werde. Die Mutter hatte große Sorge um ihren Sohn. Tobias hatte aber Vertrauen zu Raphael und sagte, er gehe mit ihm und Gottes Beistand.
Auf der Reise kamen die beiden an einen Fluss. Als sie beide im Wasser stehen, sprang ein Fisch hoch, Tobias erschrak und Raphael rief ihm zu: pack den Fisch und zieh ihn an Land. Tobias packte den Fisch und zog ihn an Land. Tobias wusste nicht, was er mit dem Fisch machen sollte. Raphael sagte zu Tobias, dass sie die Leber, Galle und das Herz brauchen werden: Herz und Leber um Geister zu vertreiben, die Galle für einen heilenden Brei für erblindete Augen.
Als sie das Dorf erreichten, sah Tobias ein sehr hübsches Mädchen, Sarah, in das er sich verliebte. Er wollte ihre Familie kennenlernen. Aber Sarah sagte, dass in ihrem Haus Geister herrschten und sie keine Gäste mitnehmen könnte. Tobias und Raphael boten ihre Hilfe an. Sie vertrieben die Geister in der Nacht mit den Zutaten vom Fisch. Am nächsten Morgen waren alle glücklich.
Zusammen mit Sarah machten sich Tobias und Raphael auf den Heimweg. Zu Hause wurden Raphael und Tobias schon sehnsüchtig erwartet. Die Freude über Sarah war groß. Nun wurde ein Brei aus der Fischgalle hergestellt und Tobit auf die Augen gegeben. Tobit konnte wieder sehen und war glücklich.
Da gab sich Raphael als von Gott gesandter Erzengel zu erkennen.
Wir lernen aus dieser Geschichte, dass wir von Gott umgeben und geliebt sind, egal wo wir uns aufhalten, was wir erleben oder was uns Sorgen oder Angst macht. Wir können ihm vertrauen. Mit dieser Gewissheit können wir unseren Weg gehen.
Zur Abendmahlsvorbereitung erklärte der Dienstleiter was die Hostie in der Hand bedeutet.
Es bedeutet „ Du bist mir wichtig“
Nach dem Gottesdienst gab es eine gute Stärkung mit Hot Dogs und frischgebackenen Waffeln.
Danach konnten die Kinder an verschiedenen Stationen mitmachen
Zuversichtlich, gestärkt und mit großer Freude können die Kinder nun in das neue Schuljahr starten.
Herzlichen Dank an alle helfenden Hände für diesen tollen Schülergottesdienst.
Musikalische Begleitung an der Orgel Marian Heusel, am Klavinova Tobias Schlecht und durch den MUKI-Chor unter der Leitung von Silke Kirchner.