Am Samstagnachmittag, 4. Juli 2026, erlebten einige Glaubensgeschwister aus der Gemeinde eine überaus interessante Führung auf dem Friedhof "Unter den Linden".
Herr Werner Günthner, der uns schon viele stadtgeschichtlichen Themen in verschiedenen Vorträgen lebendig vorgestellt hat, schlug ausgewählte Kapitel des Geschichtsbuches auf und gab uns Einblicke in manche Lebensschicksale der auf diesem Friedhof Beigesetzten. Aspekte der Bestattungskultur der vergangenen drei Jahrzehnte wurden mit der Sozial-, Kultur- und Industriegeschichte Reutlingens verknüpft.
Der ehrwürdige Friedhof „Unter den Linden“ blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück und zählt zu den herausragenden Denkmälern der Reutlinger Vergangenheit. Vor 1500 Jahren befand sich hier die erste alemannische Ansiedlung der heutigen Stadt Reutlingen, später wurde die Wallfahrtskirche „Sankt Peter in den Weiden“ errichtet.
Nach der Eröffnung des neuen städtischen Friedhofes „Römerschanze“ in den 1950er-Jahren, sollte „Unter den Linden“ in einen Park umgewandelt werden, was aber durch heftigen Bürgerprotest abgewendet werden konnte. Der parkähnliche und zentrumsnahe Friedhof ist Ruheort namhafter ehemaliger Reutlinger Bürgerinnen und Bürger wie Gustav Werner, Emil Gminder, Wilhelm Grathwohl oder Laura Schradin.
Wie die Seiten eines begehbaren Stadtgeschichtsbuches entfalten die imposanten und kunstvollen Grabmale ihre Wirkung, deren Symbolik und Formensprache uns auch heute noch ansprechen. Der älteste Grabstein, von Bürgermeister Josua Kurtz, stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert