Im Gottesdienst am Sonntag, 25.05.25 in Rommelsbach versetzte Bischof Matthias Grauer zwei Amtsträger in den Ruhestand.
Als Predigtgrundlage diente ein Vers aus Johannes 16,7: „Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Tröster nicht zu euch. Wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden.“
Auf das Chorlied eingehend, die Vertonung der Psalmworte „Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzet“, sagte der Bischof, wie schön es ist, dass Gott seinen Engeln befiehlt, über uns zu wachen. Er ermutigte die Gemeinde, das so anzunehmen. „Gott hat vieles in die Wege geleitet, manches auch nicht, aber seinen Engeln befohlen, dich zu behüten, dass dein Weg frei gemacht wird zu Gott.“ Daraus Zuversicht und Hoffnung zu nehmen ist das große Glück der Gotteskindschaft und eine nicht versiegende Quelle der Dankbarkeit ist der Heilige Geist, der in uns ausgegossen ist.
Diese Ausgießung wurde durch Jesus angekündigt in seinen Abschiedsreden. Jesus kündigte an, zu gehen und seine Jünger zurückzulassen. „Und das ist gut so“. Wenn Gott einen Abschied, ein Weggehen verkündet, tut uns das gut, weil er uns einen Tröster, einen Beistand, Helfer und Anwalt (andere Übersetzungen) zurücklässt. Damit war die Zeit angebrochen, in der Jesus seine Kirche gestiftet hat.
Bischof wies auf die drei Sakramente der Neuapostolischen Kirche hin, in denen der Heilige Geist wirkt:
So sagt Jesus zu uns: es ist gut, dass manches endet, weil dann Neues entstehen kann. Wir bewerten im Rückblick manches, ob es gut oder schlecht war. Der Heilige Geist zeigt uns eine andere Perspektive: „was ist in dieser Zeit geschehen, das mich Gott näher gebracht hat?“ Gott gibt uns die Möglichkeit, einen Abschluss zu machen und etwas Neues in uns entstehen zu lassen.
Den Geist dämpfet nicht, eine einfache Aussage in der Heiligen Schrift. Wir könnten ihn dämpfen durch Überlagerung mit unseren eigenen Gedanken. Bischof Grauer gab den Rat, den Geist in uns wirken zu lassen und zu pflegen, nicht nur für uns allein sondern auch gegenseitig in der Gemeinde, unseren Nächsten gegenüber, ein Band der Liebe entstehen zu lassen. Schön ist es auch, wenn wir uns die Früchte des Heiligen Geistes in der Gemeinde gegenseitig gönnen.
Ein besonders Gepräge erhielt der Gottesdienst dadurch, dass zwei Amtsträger nach langjähriger Tätigkeit in den Ruhestand traten: Evangelist Rainer Schenk und Pr. Stefan Müller, der zu einem letzten Predigtbeitrag gerufen wurde.
Priester Müller ging auf die andere Übersetzung ein, die der Bischof erwähnt hatte: der Heilige Geist als Anwalt. Wenn er kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und die Gerechtigkeit, das Gericht. Jesus hat verkündigt, dass wir vom Heiligen Geist im Gericht vertreten werden. Er begleitet uns, wo immer wir hin gehen. So kommen wir in die Geborgenheit des dreieinigen Gottes.
Auch der stellvertretender Bezirksvorsteher Priester Jan Kittelberger wurde zu einem Predigtbeitrag gerufen.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls erfolgte die Ruhesetzung: Priester Müller war in seiner 46 Jahre dauernden Tätigkeit als Amtsträger mit fast allen Aufgaben betraut, die es in unserer Kirche gibt. Mit 16 Jahren wurde er in Stuttgart Dirigent, hat seither viele Chöre geleitet und „mit Qualität und Herz die Sänger*innen motiviert“. Er wirkte als Jugendleiter, zwei Jahre als Gemeindevorsteher, als Priester in mehreren Gemeinden. Aus gesundheitlichen Gründen nach diesem erfüllten und bewegten Leben wurde er nun in den Ruhestand versetzt. Evangelist Schenk hat stets ohne viel Aufhebens, oft geräuschlos aber mit viel Herz gewirkt. Zehn Jahre lang diente er als Vorsteher der Gemeinde Reutlingen-Sondelfingen bis zur Zusammenlegung der Gemeinde mit Reutlingen-Rommelsbach 2022. Für den neuen Vorsteher der Gesamtgemeinde, Pr. Frank Raiser, war er eine große Stütze. Mit demütigem Herz schaffte er die Integration der älteren Glaubensgeschwister in die neue Gemeinde Rommelsbach.
Die beiden Neu-Ruheständler erhielten von der Gemeinde ein Geschenk: Keinen "sonst üblichen Gutschein, sondern etwas Lebendiges, Grünes, zwei Olivenbäume mit biblischer Symbolik“ der Hoffnung, neues Leben, Reichtum und Frieden.
Ein kleiner Imbiss lud nach dem Gottesdienst zu einem Zusammensein und Gesprächen ein.