Mit dem Wiederbezug der großen Kirche in der Dürrstraße gibt es wieder die räumliche Möglichkeit, den ganzen Kirchenbezirk zu einem zentralen Gottesdienst zusammenzufassen. Dieses gemeinsame Erleben wurde geschaffen mit einem Gottesdienst, den Apostel Jürgen Loy am Sonntag, 15. Februar 2026 mit dem Bezirk Reutlingen feierte.
Der Apostel verwendete als Predigtgrundlage einen Teil aus Psalm 57, die Verse 2+3: „Sei mir gnädig, Gott, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.“
Den Psalm hatte David gesungen, als er vor der Verfolgung durch König Saul in eine Höhle geflüchtet war. Scheinbar in Sicherheit, musste er erleben, dass Saul sich genau diese Höhle zum Ausruhen aussuchte. David, designierter Nachfolger auf dem Königsthron und darum von König Saul mit dem Tod bedroht, schöpfte in dieser Situation aus diesem Psalm die Kraft, seinen schlafenden Widersacher nicht zu töten sondern nur einen Zipfel seines Kleides abzuschneiden als Beweis, wie nahe er Saul gekommen war und doch dessen Leben verschont hatte. Denn: David sah in Saul trotz allem den Gesalbten Gottes.
Dieser Psalm, so der Apostel, ist ein Hilfeschrei in großer Not und Verzweiflung, in einer „Kummerhöhle“, wenn vielleicht vor Angst, Wut oder Enttäuschung die Worte fehlen. Aber David bittet darin um Gottes Segen, Güte und Treue. Er konnte schlussendlich mit Saul Frieden schließen, Gottes Hilfe war die Versöhnung.
Für uns heute ist der Wunsch aus Vers 4: „Sende vom Himmel herab“ mit der Sendung des Gottessohnes in Erfüllung gegangen. Auch Jesus kannte Verfolgung und Schmerzen. Aber er kam, um uns Versöhnung zu schenken und ruft uns auch heute noch zu, zu ihm zu kommen. „Bete Psalm 57, wenn du schlaflos bist vor Kummer, Selbstvorwürfen, psychischen Problemen, belastenden Gedanken“, so der Rat des Apostels an die versammelten Gläubigen.
Der Weg, Versöhnung zu schaffen, ist der Weg zur Hilfe. Er „beginnt mit mir selbst“: aus der Kummerhöhle gehen, auf den Widersacher zugehen, mich meiner Angst stellen“. Die Hilfe von oben kommt in der Versöhnung und führt damit „aus der Kummerhöhle an einen Hoffnungsort“.
Zu weiteren Predigtbeiträgen wurden die beiden Stellvertreter der Bezirksleitung, Bezirksevangelist Claus-Peter Wagner und Priester Jan Kittelberger, gerufen. Der Bezirkschor umrahmte musikalisch mit passend einfühlsamen Liedern den Gottesdienst.