In Begleitung aller süddeutschen Apostel und Bischöfe sowie von Apostel Zim Otten aus der Gebietskirche Westdeutschland feierte Bezirksapostel Michael Ehrich am Sonntag, 6. Juli 2025, den Gottesdienst in der Gemeinde Reutlingen. Der Gottesdienst, zu dem die Gemeinden Pfullingen und Eningen eingeladen waren, wurde per Livestream in alle weiteren Gemeinden des Bezirks übertragen.
Dem Gottesdienst zum Gedächtnis an Entschlafene legte der Bezirksapostel den ersten Vers aus Jesaja 65 zugrunde: „Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten, ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten. Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sagte ich: Hier bin ich, hier bin ich!“
Bereits im Eingangsgebet bat Bezirksapostel Ehrich um Heil für die, die diese Welt verlassen haben. Nach “unserer Glaubensüberzeugung und kirchlichen Ordnung“ feiern wir neuapostolischen Christinnen und Christen alle vier Monate einen Gottesdienst für Entschlafene.
Auf das Bibelwort eingehend erläuterte der Bezirksapostel, dass Gott auch jenen Menschen nachgeht, die ihn nicht suchen. Dies können aus verschiedenen Gründen der Fall sein, etwa weil die Menschen in anderen Kulturen – ohne Bezug zu Jesus Christus – lebten. Aber auch bei uns sei das Christentum auf dem Rückzug, weil Menschen das Evangelium nicht begreifen und glauben können, weil sie enttäuscht sind, dass sie nicht die gewünschte Hilfe oder Antwort von Gott erhalten. Manche nehmen sich keine Zeit, sie stellen das Irdische an erste Stelle. Oder stricken sich eine „Patchworkreligion“ aus unterschiedlichen Glaubensansichten zusammen. Auch ein Blick auf die Leiden anderer Menschen in dieser Welt, die Gott zulässt und nicht verhindert, kann ein Hindernis sein, Gott zu glauben und zu vertrauen. Darum sei es hier und heute unsere Aufgabe, auf Jesus Christus und das Heil, das er allen Menschen gebracht hat, hinzuweisen, ihn immer wieder neu zu suchen. „Er ist da, hier in deinem Leben, und lässt sich finden“.
Apostel Otten bekräftigte in seinem Predigtbeitrag, dass es immer einen Weg zu Jesus Christus gibt. „Äußere Umstände sind weder qualifizierend noch disqualifizierend“, sondern es ist eine Frage unserer Haltung und unseres Glaubens. Gott sagt „Ich bin hier“ und werde immer sein. Er ist der Weg und der Friede.
Apostel Martin Rheinberger, der eine Woche zuvor als Bezirksapostelhelfer ernannt worden war, betonte den Frieden des Auferstandenen, diesen besonderen Frieden, der uns zugesprochen ist. Nach Jesu Tod fühlten sich seine Jünger am Ende einer Sackgasse angekommen. Aber Christus hat dort eine Tür für sie zum Heil geöffnet. Zum Schluss gab der Apostel den Gläubigen den Rat: „Wendet euch ganz dem Herrn zu!“
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls mit der „sichtbaren Gemeinde“ spendete Bezirksapostel Ehrich die drei Sakramente für die Seelen in der jenseitigen Welt. Die Handlung wurde feierlich umrahmt durch Chorgesang und ein kleines Musikensemble.
Ursprünglich war für diesen Tag der Wiederbezug der im Umbau befindlichen Kirche in der Dürrstraße geplant. Aufgrund von Bauverzögerungen verschiebt sich dieser Termin in den Oktober. Die beiden früheren Gemeinden Reutlingen-Süd und Reutlingen-West waren bereits im März 2023 zur Gemeinde Reutlingen fusioniert. Der Standort in der Alexanderstraße wird dann aufgegeben – zum großen Bedauern Vieler. Der Bezirksapostel äußerte Verständnis dafür, dass dies nicht einfach sei. Er wünschte der fusionierten Gemeinde, dass sie schnell zusammenfindet. Hilfreich dabei ist, betonte der Bezirksapostel, die Konzentration auf das Wesentliche, das Ziel des Glaubens. Bezirksapostel Ehrich wünschte der fusionierten Gemeinde schon heute einen guten Beginn im Oktober im neuen Gotteshaus.