Am Freitagnachmittag, 17. Juli 2026, erlebten 25 Glaubensgeschwister des Bezirks eine äußerst interessante Führung in der Marienkirche Reutlingen.
Herr Werner Günthner war der Kirchenbegleiter und erläuterte in seiner besonderen Art (wir hatten mit ihm schon mehrfach Führungen über Themen der Stadt Reutlingen) die Geschichte der Marienkirche.
Die Marienkirche ist neben dem Tübinger Tor das herausragende Wahrzeichen Reutlingens. Als katholische Basilika errichtet, vollzog sich mit der Reformation der Wandel zur evangelischen Kirche und somit auch der Wechsel der Sprache, weg von der lateinischen hin zum Gottesdienst in deutscher Sprache.
1247 wurde Reutlingen von feindlichen Truppen belagert. In ihrer Not gelobten die Reutlinger Bürger der seligen Jungfrau Maria ihr innerhalb der Stadtmauer eine prachtvolle Kapelle zu errichten. 96 Jahre dauerte der Bau zu Ehren des Herrn. Zum Abschluss setzten die Bauherren den Verkündigungsengel Gabriel auf die Turmspitze. Von dort "wacht" er nun bald 700 Jahre. Die Kirche wurde ausschließlich durch die Bürger der Stadt Reutlingen aus eigenen Mitteln erbaut.
Beim Stadtbrand vor 300 Jahren wurden große Teile des Sakralbaus zerstört. Nachfolgend dringend erforderliche Renovierungsarbeiten, im 19. Jahrhundert, verschafften vor allem dem Kirchenschiff das heutige neogotische Aussehen.
An der schmuckvollen westlichen Eingangsseite erkennt der Betrachter ausgeprägte gotische Stilelemente, wie z.B. giebelartige Bekrönungen über den Portalen, Apostel und Propheten in fein gearbeiteten Tabernakeln, feines Maßwerk aus Stein, Fialen und Strebepfeiler.
Im Inneren beherbergt die Kirche das 500 Jahre alte Heilige Grab sowie den filigran gearbeiteten Taufstein, an dem viele Reutlinger einstens und bis in die heutige Zeit getauft wurden und werden.
Auch die Marienkapelle konnte besichtigt werden und die dortigen Wandmalereien wurden erklärt.
Nach der Führung klang der inhaltsreiche Nachmittag mit einem gemeinsamen Vesper in der "Hausbrauerei Barfüßer" in Reutlingen in froher Runde aus.