Im Gottesdienst am Sonntag, 10. Mai 2026, versetzte Bezirksapostelhelfer Martin Rheinberger den langjährigen Bezirksevangelist Claus-Peter Wagner in den Ruhestand. Der ganze Bezirk war zu diesem Gottesdienst nach Reutlingen eingeladen.
Als Grundlage für den Gottesdienst dienten zwei Verse aus dem Epheserbrief: „Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde und in Christus Jesus durch alle Geschlechter von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“ (Epheser 3, 20-21).
Apostel Rheinberger griff zu Beginn seiner Predigt das Chorlied „Betende Hände“ auf und sprach zunächst die direkt vor ihm sitzenden Kinder des MUKI-Chores an, indem er sie aufforderte, nicht nur für Belange des Alltags zu beten. „Betet doch auch einmal für eure Gemeinde, dass ihr dort einen Platz findet!“ Die Gemeinde braucht die Gebete, auch die Geistlichen. Jesus betete eine ganze Nacht allein auf einem Berg, am nächsten Tag erwählte er die 12 Apostel unter seinen Jüngern. In der Kirche ist es nicht wie in einer Firma: wenn so wie heute ein Geistlicher in den Ruhestand geht, wird nicht etwa eine Planstelle frei, die neu besetzt werden muss. An alle Anwesenden richtete der Apostel die Bitte, dafür zu beten, dass neue Amtsträgerinnen und Amtsträger gefunden werden können als erbetene Gaben für die Gemeinden.
Auf das Epheserwort bezogen zitierte er Stammapostel Jean-Luc Schneider, der zu dieser Bibelstelle in einem Gottesdienst auf den Philippinen gesagt hatte: „Gott ist viel größer als wir denken.“ Gottes Allmacht und Größe zeigt sich in der Stille und in kleinen Dingen, etwa im neugeborenen Jesus, einem kleinen Kind, das noch nichts geleistet hat, den der betagte Simon im Tempel als den zukünftigen Erlöser erkannte. „Lasst uns die vermeintlich kleinen Dinge der Gemeinde sehen und darin die Größe und Allmacht Gottes erkennen!“
Als weiteres Beispiel führte Apostel Rheinberger den sogenannten Barmherzigen Samariter an, der sich als Geschäftsmann auf eine Reise begab, unterwegs den hilfsbedürftigen Menschen sah, ihm half – und danach seine eigentliche Arbeit fortsetzte. Dieses Vorbild möge uns inspirieren, uns dem Nächsten zuzuwenden, der gerade unsere Hilfe und Unterstützung benötigt. Dann dringt die Allmacht Gottes nach außen und wird zur Tat.
Die im Bibelwort erwähnte Kraft Gottes wohnt im Glauben und Vertrauen. Sie stärken zu lassen, das möge unser Gebet sein. Unser Lobpreis Gottes offenbart sich im Besuch der Gottesdienste.
Zu einem letzten Predigtbeitrag vor seinem Ruhestand wurde Bezirksevangelist Claus-Peter Wagner gerufen. Auch er bezog sich auf das Lied des Chors, denn als Kind hatte ihn das stundenlange Beten seines Großvaters beeindruckt, sein Urvertrauen auf die Hilfe Gottes. Als Vermächtnis an den Bezirk gab er sein Lieblingswort (Römer 8, 38) mit, die Gewissheit, dass die Liebe Gottes „für mich und dich ganz persönlich da ist und uns ermöglichen wird, seinen Tag zu erleben“.
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls, auch für die Entschlafenen, versetzte der designierte Bezirksapostel den Bezirksevangelisten in den Ruhestand und entband ihn von seinen Aufgaben. Claus-Peter Wagner diente über 45 Jahre als Amtsträger, davon fast 13 Jahre als Bezirksevangelist im Bezirk Reutlingen. Er war auch in der fremdsprachlichen Seelsorge tätig, diverse Missionsreisen führten ihn nach Kamerun und Gibraltar. Apostel Rheinberger dankte ihm für seinen großen Einsatz. Diesen Dank brachten nach dem Gottesdienst auch die Vorsteher der Gemeinden des Bezirks Reutlingen zum Ausdruck: sie überreichten ihm kleine „typische“ Geschenke aus den jeweiligen Orten.
Musikalisch abgerundet wurde dieser Gottesdienst durch den Bezirkschor, ein Streicherquartett, die Orgel und MUKI, den Kinderchor des Bezirks, der den Gast bereits bei seiner Ankunft im Foyer musikalisch begrüßte.