Am Montagnachmittag, 15. Juli 2024, hatten einige interessierte Glaubensgeschwister des Bezirks die Gelegenheit, eine Führung und Besichtigung von "Gmindersdorf" in Reutlingen-Betzingen zu erleben.
Das "Gmindersdorf" ist eine ehemalige Arbeitersiedlung mit 48 Häusern mit Garten in Reutlingen. Davon sind 18 Häuser im genau gleichen Stil. Die Siedlung wurde von 1903 bis 1923 im Auftrag des Textilunternehmens Ulrich Gminder GmbH gebaut und von den Geschäftsführern Carl und Louis Gminder in Auftrag gegeben. Sie wollten damit Arbeitskräfte anlocken und den Mitarbeitern einen modernen, hochwertigen Wohnraum mit der nötigen Infrastruktur bereitstellen, um die Lebensqualität zu steigern und sich auf diese Weise vor dem Arbeitermangel der damaligen Zeit abzusichern.
Gmindersdorf ist ein Beispiel des früheren sozialen Wohnungsbaus. Mit der Planung und Durchführung wurde Architekt Theodor Fischer beauftragt. Die Siedlung hat einen Dorfcharakter. Es waren alle notwendigen Einrichtungen vorhanden, z.B. einem "Kinderhort", einer Gaststätte (heute noch mit Biergarten in Betrieb), einem Gemischtwarenladen und dem "Altenhof" (heute Wohnungen zum Teil von ehemaligen Mitarbeitern der Firma Bosch).
Nachdem die Textilfirma Ulrich Gminder aufgelöst wurde, kaufte die Firma Bosch das gesamte Gebiet mit den Häusern von "Gmindersdorf" auf. Später konnten dann dort Mitarbeiter der Firma Bosch Häuser kaufen. Einige Häuser und Wohnungen wurden auch von der Stadt Reutlingen aufgekauft und nun über die "GWG Reutlingen" vermietet. Auch bei notwendigen Reparaturarbeiten bleibt der "alte Hausstil" immer erhalten.
Die Fotos zeigen einen kleinen Überblick über diese Siedlung.
Der Nachmittag hatte einen gemütlichen Abschluss mit einem Vesper im "Biergarten" dieser Gmindersdorf-Siedlung.