Am Sonntag, 18. Oktober 2026, führte Apostel Jürgen Loy einen Gottesdienst in der Gemeinde Reutlingen durch, der viele Akzente hatte.
Das Bibelwort aus Psalm 40, 6 war Grundlage des Gottesdienstes: „Herr, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich! Ich will sie verkündigen und davon sagen, wiewohl sie nicht zu zählen sind.“
Schon im Eingangsgebet zeigte der Apostel, dass Gott niemand übersehe. Er kennt alle, er weiß um jedes Schicksal und lässt uns nicht alleine.
Der Apostel führte aus, dass der vorgelesene Psalm 40 uns allen gelte. Mancher frage sich vielleicht: „Was hat dieser Psalm mit mir zu tun? Ich kann gerade überhaupt nicht loben.“ Dieser Psalm trägt aber die Überschrift: „Ein Psalm Davids, vorzusingen.“ Das bedeutet, es war kein privater Psalm von David, sondern dieser Psalm wurde schon damals im Gottesdienst vorgesungen. Der Psalm war also ein gemeinsames Loblied.
Der Apostel stellte die Frage: „Wie klingt denn dein Glauben zurzeit? Kannst du überhaupt ein Loblied anstimmen?“
David war nicht nur als König gesalbt und führte ein sorgloses Leben, sondern er war auch ein Mensch. Er hatte auch Fehler, hat nicht alles richtig gemacht. David war auch in seinem Leben verzweifelt, es war dunkel um ihn, er wusste nicht, wie es weitergehen solle. David musste fliehen, denn Saul trachtete nach seinem Leben. Er hatte niemand mehr, wo er Zuflucht suchen konnte. Er hat sich dann ganz klein gemacht. Und trotzdem hat David dieses Loblied, diesen Psalm in der Gemeinde gesungen.
Auch wir erleben solche Situationen - so der Apostel – aber auch dies gehört zum Loblied. Wir müssen in unserem Leben aber auch versuchen, die Wunder Gottes entdecken. Wenn wir dann gemeinsam ein Loblied anstimmen, kann sich die Situation und wenn sie noch so schlecht war, wenden.
Gott hat mit jedem Einzelnen einen Plan, so der Apostel weiter. Mögen wir das immer wieder spüren, dass Gott da ist. David hat in allem Erleben auf den Herrn gewartet. „… und Gott neigte sich zu mir und hörte mein Schreien“, so steht es in Vers 1 des 40. Psalms. Wie konnte David in das Loblied einstimmen, nachdem er so viel erlebt hatte? Er hat alles erst einmal ausgehalten und hat geduldig auf Gott gewartet und sich stets zum Herrn gehalten. Auch in Situationen, die wir nicht wollen, ist Gott bei dir und mir, so der Apostel. Wir müssen uns aber zum Herrn halten. Er hilft uns immer weiter! Gott zeigt uns seine Liebe in Jesus Christus.
„Wie klingt dein Loblied?“ In Psalm 40,4 heißt es: „… und er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben zu loben.“ Gott hat uns das neue Lied gegeben. Das Loblied ist ein Geschenk, das wir von Gott empfangen haben. Es verändert die Tonlage; es kann sich aus Misstönen etwas in uns bewegen, mit dem wir nicht gerechnet haben. Wir wollen gemeinsam Strophe um Strophe des neuen Liedes hörbar machen. Dies möge unsere Einstellung sein und bleiben: Auch wenn alles unmöglich erscheint, ich bleibe beim Herrn!
Zu einem weiteren Wortbeitrag wurde der stellvertretende Bezirksvorsteher, Priester Jan Kittelberger, gebeten. Er zeigte, dass David immer mit Gott redete, sowohl in Freude, als auch im Leid. Oft sehen wir selbst die Wunder Gottes gar nicht. Aber im Laufe der Jahre erleben wir viele kleine Wunder. Manche Dinge in unserem Leben beginnen mit Momenten, die uns nicht gefallen. Später können wir dann sehen: Sie waren der Beginn eines Wunder Gottes für mich. Gott sieht immer das große und gesamte Bild; wir sehen oft nur Stückwerke. Für manche Wunder, so Priester Kittelberger, müssen wir loben, bevor sie da sind. Das ist Vertrauen!
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls fand zunächst die Ruhesetzung von Priester Dietrich Faiß und Diakon Thomas Riepert statt. Beide Brüder hatten ihre unterschiedlichen, oft jahrzehntelangen Aufgaben in der Gemeinde mit Freude und Engagement ausgeübt, so der Apostel in seiner Ansprache.
Danach spendete Apostel Loy dem Vorsteher Evangelist Ralf Kirchner und seiner Frau Silke den Segen zur Silberhochzeit. In seiner Ansprache dankte er beiden ausführlich, dass sie die vielfältigen Aufgaben in der Gemeinde stets übernommen und mit Freude ausgeführt haben. Jeder in seinem Wirkungsfeld: der Vorsteher in seinen seelsorgerischen Aufgaben; seine Frau in der Musik, besonders bei den MUKI-Kindern usw. Das „Team Kirchner“ habe immer funktioniert. Beide hätten sich stets ergänzt und wenn gar nichts mehr gegangen ist, dann habe ihr Humor weitergeholfen.
Das damalige Bibelwort bei der „grünen Hochzeit“ aus Philipper 2, 2-4 gelte immer noch. Der Apostel las diese Verse in einer Übersetzung vor: „Darüber freue ich mich sehr. Vollkommen aber ist meine Freude, wenn ihr euch ganz einig seid, in der einen Liebe miteinander verbunden bleibt und fest zusammenhaltet. Weder Eigennutz noch Streben nach Ehre sollen euer Handeln bestimmen. Im Gegenteil: Seid bescheiden und achtet den anderen mehr als euch selbst. Denkt nicht an euren eigenen Vorteil. Jeder von euch soll das Wohl des anderen im Auge haben.“
Nach der Spendung des Segens trug eine Schwester das inhaltsreiche Lied „Ich bin da“ mit Klavierbegleitung vor.
Musikalisch wurde dieser Festgottesdienst durch Vorträge des Jugendchors, des gemischten Chors der Gemeinde sowie des MUKI-Chors umrahmt. Auch Vorträge von Klavier mit Cello und ein Solovortrag prägten die festliche Stimmung an diesem Sonntag.