Am Dienstagvormittag, 21. April 2026, erlebten 20 Teilnehmer eine spannende Führung auf dem Klärwerk Nord. Sie erfuhren alles Wissenswerte zu den Themen Kläranlage und Abwasserreinigung.
Herr Anton Schmuker und Herr Markus Piechotta, Mitarbeiter der Stadtentwässerung Reutlingen, gaben zunächst einen Überblick über das Klärwerk Nord: 10 Mitarbeiter, darunter Abwassermeister, Umwelttechniker für Abwassertechnik, Elektrofachkräfte usw. sorgen dafür, dass das Abwasser von ca. 50.000 Einwohnern aus dem Nordraum der Stadt Reutlingen und der Gemeinde Pliezhausen täglich gesäubert und schlussendlich glasklar wieder in den Neckar fließen kann. Würde das Abwasser ungereinigt in Flüsse geleitet, hätte dies gravierende Folgen für Mensch und Umwelt.
Ein Klärwerk ist wie eine Art Fabrik, in der verschmutztes Wasser gereinigt wird, das dann wieder in die benachbarten Gewässer geleitet wird. Es werden feste Bestandteile wie Steine und auch Sand, feste und gelöste organische Bestandteile, wie Kot, Klopapier, Essensreste, Nährstoffe nach und nach aus dem Wasser entfernt. Die Verunreinigungen kommen in Privathaushalten durch das WC, Spülmaschine, Waschmaschine, Dusche usw. in die Abwasser-Kanäle.
Täglich fließen pro Tag 12.000 m3 Schmutzwassermenge aus dem Raum Reutlingen in die Kanalisation. Das ist Abwasser aus privaten Haushalten, Betrieben, öffentlichen Gebäuden usw. Ob wir spülen, duschen oder zur Toilette gehen – immer kommt Wasser aus der Leitung und fließt ebenso verlässlich wieder ab. Doch was kommt nach dem Abfluss eigentlich?
Für einen reibungslosen Abtransport des Abwassers sorgt ein ausgeklügeltes Kanalsystem von ca. 600 km im Raum Reutlingen. Dieses nimmt im Mischsystem gleichzeitig auch anfallendes Regenwasser auf und leitet über Sonderbauwerke nur das stark verschmutzte Regenwasser zu den Kläranlagen. Dort wird das Abwasser gereinigt und dann in die nahegelegenen Gewässer eingeleitet.
Beim Rundgang durch die Kläranlage wurden uns die einzelnen Stationen gezeigt und erläutert, die das Abwasser zur Reinigung durchlaufen muss: Rechenanlage, Sandwäscher-Anlage, Sand- und Fettfang, Vorklärbecken, eine biologische Abwasserreinigung, ein Denitrifikations-Becken. In einem chemischen Reinigungsbecken werden die gelösten Phosphate entfernt und dann geht es noch durch das Nachklärbecken.
Nach der Führung waren sich alle Teilnehmer einig, künftig viel bewusster und dankbarer zu sein, immer sauberes Wasser haben zu können.